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Neubau - Ein Haus nach Wunsch


Ein Neubau bietet viele Vorteile. Einerseits kann der Bauherr seine Wünsche realisieren. Andererseits weist er einen geringen Energiebedarf auf. Dank moderner Technik, gesundem Raumklima und kostensparender Energieeffizienz steht ein Neubau für tollen Wohnkomfort und hohe Lebensqualität.

Doch ein Neubau will genau überlegt und präzise geplant sein. Meist verfügt der Bauherr über ein beschränktes Budget. Dann kann der Architekt empfehlen, welche Maßnahmen nachträglich machbar und welche sofort zu realisieren sind. Die Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle und die Haustechnik werden während des Baus ideal auf das Gebäude abgestimmt und angepasst, sodass sie den Gesetzesvorgaben oder Anforderungen an Energiestandards entsprechen.

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 © Christoph Konitzer / pixelio.de



Außenflächen klein halten

In Zeiten von hohen Energiepreisen ist Energieeffizienz in aller Munde. Bauherren sind laut Energieeinsparverordnung (EnEV) zu einem niedrigen Energiebedarf des entstehenden Gebäudes verpflichtet. Zudem schreibt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vor, dass ein Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien generiert werden muss. Die Wege dahin sind vielfältig. Nach Abschluss der Bauarbeiten muss der Bauherr die energetische Qualität seines Hauses mit einem Energieausweis nachweisen. Um die vorgegebenen Werte des Gesetzgebers zu verwirklichen, setzen Architekten heutzutage auf den Grundsatz „quadratisch, praktisch, gut“. Hintergrund sind Wärmeverluste an Gebäudeteilen, die hervorstehen, einen spitzen Winkel bilden, eingerückt sind oder wie Balkone angebaut werden. Diese Ecken und Kanten können schwieriger gedämmt und damit zu Wärmebrücken werden. Kompaktheit durch Reduzierung der Außenflächen wirkt sich positiv auf die Baukosten und die Energiebilanz aus.

Die Vermeidung von Wärmebrücken wird bei der Bauplanung immer wichtiger. Wärmebrücken sind Ursache von Feuchtigkeitsschäden und damit verbundenen Baumängeln. Doch die beste Planung nützt nichts, wenn die Ausführung mangelhaft ist. Hausbesitzer sollten deshalb die Dämmungsarbeiten genau kontrollieren oder zumindest einem Fachmann überlassen. Lückenhaft angebrachtes oder schlecht befestigtes Dämmmaterial kann schnell zum Ärgernis werden. Undichtigkeiten treten auf und machen den Neubau wind- und luftdurchlässig. Die Energieeinsparverordnung schreibt sogar vor, dass Fugen dauerhaft und luftundurchlässig zu schließen sind. Ansonsten entweicht die Wärme durch diese Ritzen ins Freie und mehr Energie müsste aufgewandt werden, um die eigenen vier Wände wohlig zu temperieren. Ein gesundes Wohnklima ist einer der Hauptgründe für die Entscheidung zum Neubau. Manche Bauherren greifen dafür zu altbewährten Mitteln. Lehm und Hanf als Baumaterial oder die Verlegung des Neubaus in Hügel sind nur einige Beispiele. Dach- und Fassadenbegrünungen binden Staub, befeuchten die Luft und sorgen für ein gesundheitsförderliches Mikroklima.

Generell gilt, die Ausführung eines Neubaus gründlich zu planen und fachgerecht umsetzen zu lassen. Spätere Baumängel und höherer Energieverbrauch schmälern schnell die Freude am neuen Eigenheim. Das Einholen von Empfehlungen und Referenzen ist unumgänglich, um sich auf das Team aus Architekten, Bauunternehmern und Dienstleistern verlassen zu können. Für fachfremde Bauherren lohnt sich die Investition in einen Bausachverständigen. Seine Baubegleitung kann durch die permanente Qualitätssicherung viel Zeit und Geld sparen.

 

Sommerlicher Wärmeschutz

Der sommerliche Wärmeschutz gewinnt aufgrund häufiger Hitzeperioden und steigender Komfortansprüche immer mehr an Bedeutung. Die Energieeinsparverordnung EnEV verlangt bei Neubauten einen Nachweis, dass ein ausreichender winterlicher und sommerlicher Wärmeschutz gewährleistet ist. Bei den Berechnungen spielen die Fassadenorientierung, Fenstergröße im Verhältnis zur Grundfläche des Raumes, Bauart des Gebäudes, der solare Eintrag über die Fenster abhängig vom g-Wert der Fenster und der Sonnenschutz eine Rolle.

Neubau - Ein Haus nach Wunsch

Neubau - Ein Haus nach Wunsch

 

© OpenClipart-Vectors / pixabay.de
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Welche Faktoren sorgen für eine geringere Aufheizung unserer Gebäude? Da ist zuallererst die konstruktive Verschattung der Fensterflächen wie zum Beispiel durch Dachüberstände, auskragende Balkone, Vordächer oder fest installierter Sonnenschutz. Die Sonnenschutzelemente (Fensterläden, Rollläden, Jalousien, Rollos, Markisen) sind an effektivsten, die außen angebracht werden, weil sie die Energie gar nicht ins Gebäude lassen. Ein Laubbaum vor einer Fassade kann auch helfen. Hellere Ziegel oder hellere Fassadenfarben absorbieren auch weniger Energie als dunklere. Möchte man zum Beispiel sein Dach dämmen, sollte man auf das Dämmstoffmaterial achten, Stichwort Phasenverschiebung. Im Sommer spielt die „dicke Wand“ eine Rolle, also nicht beim winterlichen Wärmeschutz wegen der Speichermasse. Hier kann ich zum Beispiel in den kühleren Stunden der Nacht die eingebrachte, gespeicherte Energie wieder Abführen. Interne Wärmequellen wie Abwärme von Beleuchtung - wenn es keine LED sind - oder Computer heizen die Räume ebenfalls auf. Über die Haustechnik kann man eventuell über eine bereits installierte Wärmepumpe im Sommer kühlen. Mechanische Kühlung, Klimatisierung allerdings verbrauchen Strom, den zurzeit teuersten Energieträger, wenn man ihn nicht selber produziert.

 

Haustypen im Kurzüberblick

Wer heutzutage bauen möchte, verirrt sich schnell im Dschungel der Bezeichnungen für die energetische Qualitätseinstufung eines Gebäudes. Es gibt keine geschützten Begriffe in diesem Bereich. Jedoch müssen alle Neubauten nach der gültigen Gesetzesgrundlage berechnet werden, früher der Wärmeschutzverordnung, heute ist es die Energieeinsparverordnung mit den jeweiligen Novellen. Hier erfährt man den energetischen Standard der Gebäudehülle mit Dach, Außenwand, Fenster und Kellerdecke oder Bodenplatte und die Effizienz der Haustechnik. Darauf basieren beispielsweise auch die Energiestandards der KfW-Bank. Die Vergleiche der Kennzahlen wie U-Werte oder Endenergie lohnen sich. Wichtig ist, dass am Ende der gesamte Energiebedarf des Gebäudes berücksichtigt wird. Dazu gehören Heizwärme, Warmwasser und Strom. Neben den Investitionskosten sollte man auch also auch die Betriebskosten für die Lebensdauer oder Nutzungsdauer der Gebäudekomponenten betrachtet werden.

Kostenlos und ausführlich steht Ihnen die Energieagentur, das EKO, zur Seite. Es klärt kostenlos auf und gibt Hinweise. Mit dem Wissen und Verstehen können Sie dann die richtige Entscheidung für Ihr Gebäude treffen.    

Zusätzlich gibt es noch verschiedene Zertifizierungs- und Qualitätssicherungsangebote in energetischer, baubiologischer oder ökologischer Sicht. Auf dem Markt existieren viele Namen für energieeffiziente Neubauten. Wir stellen Ihnen verschiedene Haustypen- und bezeichnungen vor:

 

     1. Niedrigenergiehaus

Als Niedrigenergiehaus werden normalerweise Gebäude bezeichnet, die einen Heizwärmebedarf von maximal 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr aufweisen. Dazu kommt noch die Unterschreitung des zulässigen Transmissionswärmeverlusts von mindestens 30 Prozent. Grundlage für diese Werte bildet die Energieeinsparverordnung von 2002 sowie die nachfolgenden Versionen. Der Begriff ist allerdings sehr schwammig und verliert nach Einführung des europäischen Niedrigstenergiegebäudes immer weiter an Bedeutung. Hierfür gelten ein Primärenergiebedarf unter 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sowie ein Transmissionswärmeverlust von unter 0,28 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Generell wird von Niedrigenergiehaus gesprochen, wenn der Energieverbrauch merklich unter den rechtlichen Vorgaben liegt. Die energetische Modernisierung eines Altbaus kann zur Bezeichnung Niedrigenergiehaus führen.


     2. KfW-Effizienzhaus

Energetisch gesehen muss ein Neubau ein KfW-Effizienzhaus 100 sein. Die Kennziffern beziehen sich auf die in der Energieeinsparverordnung definierten Höchstwerte von Jahresprimärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Ein KfW-Effizienzhaus 55 liegt beispielsweise 45 Prozent unter dem Jahresprimärenergiebedarf eines vergleichbaren Referenzgebäudes als Neubau nach EnEV. Aktuell existieren nur für den Neubau noch die Standards KfW-Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus. Die Förderung für das KfW-Effizienzhaus 70 wurde 2016 abgeschafft, weil dessen berechneter Bedarf mittlerweile als Standard angesehen wird. Dennoch gilt weiterhin, je kleiner die Zahl im Namen, desto besser die Energieeffizienz und desto höher die Förderungsmöglichkeit durch die KfW-Bank.

Auch regionale Fördermaßnahmen orientieren sich an den Vorgaben der KfW und können dementsprechend in Anspruch genommen werden. Kostenlose Erstberatung im EKO, Beratungsgespräche mit Fachleuten und Recherche lohnen durchaus. Man bekommt üblicherweise Zuschüsse oder attraktive Zinssätze für Kredite geboten. Unzählige Maßnahmen führen zum Erreichen der geforderten Werte, wie:

✓     Hoch wärmegedämmte Außenwände, Kellerdecke, Dach beziehungsweise oberste Geschossdecke gegen ein nicht ausgebautes Dachgeschoss;

✓  Zweischeiben- oder Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung mit wärmedämmenden Fensterrahmen, energiesparende Keller- und Außentüren;

✓     Minimierung von Wärmebrücken;

✓     Lüftungsanlage;

✓     Luftdichte Gebäudehülle;

✓     Thermische Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserversorgung und Heizung;

✓     Brennwertkessel;

✓     Fernwärme;

✓     Zentrale Biomasse-Heizungsanlage;

✓     Wärmepumpe;

✓     eventuell zusätzlich stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien, stationäres Batteriespeichersystem (Stromspeicher), Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface.


     3. X-Liter-Haus

Das X-Liter-Haus ist eine konkrete und plakativ klingende Bezeichnung für den Energieverbrauch eines Gebäudes. Tatsächlich bezieht sich die Angabe aber auf den jährlichen Heizölbedarf pro Quadratmeter beheizter Fläche. Ein Passivhaus könnte beispielsweise 1,5-Liter-Haus heißen, weil es per Definition mit weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr für die Heizung auskommt. Auf dem Fertighausmarkt werden sogar 1-Liter-Häuser angeboten.


     4. Passivhaus

Passivhäuser generieren ihren Wärmebedarf aus Sonneneinstrahlung, Abwärme von Personen und Haushaltsgeräten sowie zurückgewonnener Wärme im Lüftungssystem. Eine sehr gute Wärmedämmung ohne Wärmebrücken, hohe Luftdichtigkeit, dreifach wärmeschutzverglaste Fenster mit wärmegedämmten Rahmen und eine effiziente Lüftungsanlage machen ein konventionelles Heizsystem mit Heizkörpern überflüssig. Der Heizwärmebedarf liegt bei unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Das entspricht umgerechnet 1,5 Liter Heizöl oder 1,5 Kubikmeter Erdgas. Für den Primärenergiebedarf gilt ein Maximum von 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr inklusive Haushaltsstrom. Gegenüber einem Niedrigenergiehaus benötigt ein Passivhaus bis zu 75 Prozent weniger Heizenergie. Der Bau eines Passivhauses ist teurer. Jedoch entfallen Kosten für ein konventionelles Heizungssystem, Kamin, Schornsteinfeger und andere Komponenten.


     5. Nullheizenergiehaus

Im Nullheizenergiehaus kommt man ohne fossile Brennstoffe für die Beheizung aus. Es nutzt die Energie der Sonne sowie die Wärmeabgabe durch Personen und Haushaltsgeräte für die interne Wärme. Dafür muss das Gebäude extrem gut gedämmt und sehr kompakt gebaut sein, um Wärmeverluste möglichst auszuschließen. Gegenüber einem Passivhaus ist ein Nullheizenergiehaus noch einmal kostenintensiver im Bau. Experten zweifeln aktuell noch an der Wirtschaftlichkeit dieses Neubautyps. Beispiele dafür gibt es allerdings schon deutschlandweit.


     6. Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus geht noch einen Schritt weiter als das Nullheizenergiehaus. Per Namen ist es ein Traum für viele Immobilienbesitzer bei den heutigen Energiepreisen. Doch das beruht nur auf der rechnerischen Energiebilanz des Gebäudes. Denn der externe Energiebezug wird durch den Energiegewinn aufgewogen. Wärme bezieht dieser Neubautyp aus Solarkollektoren, Strom in Frühling, Sommer und Herbst von der Photovoltaik, im Winter aus einer Brennstoffzelle, die den über das Jahr gesammelten Wasserstoff verbrennt. Nur wenn überhaupt keine externe Energie bezogen werden muss und das Gebäude sich komplett selbst versorgen kann, spricht man von Energieautarkie. Ausgeschlossen von der Betrachtung des Energiebedarfs ist die sogenannte Graue Energie, die zur Erstellung des Hauses benötigt wird.


     7. Plusenergiehaus

Bei Plusenergiehäusern ist die jährliche Energiebilanz zwischen externem Energiebezug und Energiegewinn positiv. Das heißt, es wird mehr Energie produziert als zusätzlich bezogen wird - durchschnittlich über das ganze Jahr gesehen. Auch hier kommen thermische Solaranlagen und Photovoltaikanlagen für Heizung und Warmwasserbereitung zum Einsatz. Allerdings ist nicht definiert, ob Haushaltsstrom zur Energiebilanz gehört oder nicht. Auch die Graue Energie ist wieder außen vor. Die Marke Plusenergiehaus ist im deutschsprachigen Raum als Warenzeichen geschützt, unterliegt aber keiner genaueren Standardisierung.

 

 

 

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